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Der Herbst kommt mit großen Schritten und heute haben wir für Euch das nächste frische J!-Interview online.
Bereits im Sommer sprach ich mit einem Joomlafachmann der schon lange dabei ist. Er hatte schon die Joomla-Version 1.0 auf der „Platte“ und hat sich mit Hilfe von Joomla nicht nur beruflich was aufgebaut, sondern er lebt dieses Projekt auch. Er bringt sich in die Coummunity ein und hat alle Hände voll zu tun, die bald anstehende neue Joomla 4 Version mit seinen Projekten in Einklang zu bringen.
Viel Spaß beim Lesen des Interviews mit Roland Meier.

Roland, stell dich doch bitte kurz einmal vor?
Mein Name ist Roland Meier, ich bin mit einer tollen Frau verheiratet, wir haben eine zuckersüße Tochter und eine weiße Schäferhündin welche auf uns aufpasst. Hauptberuflich bin ich leidenschaftlicher Elektrotechniker und seit 1999 bin ich nebenher Inhaber meiner IT-Firma Medialekt.
Bereits mit 16 hatte ich ersten Kontakt mit HTML und JavaScript und entwickelte erste Webseiten, damals noch mit reinen Texteditoren bzw. Dreamweaver. Mit 18 habe ich dann quasi das Hobby gleich zum Nebenberuf gemacht.
Anfänglich waren meine geschäftlichen Tätigkeiten überwiegend Hardware, Software, Reparatur und allgemeine IT-Tätigkeiten. Der Fokus verschob sich aber zunehmend in Richtung Web, neben erheblicher Linux Erfahrung und Serveradministration/-hosting biete ich heute neben Webseitenerstellung/-betreuung auch die Planung & Entwicklung von komplexeren Webapplikationen & Joomla-Erweiterungen.


Wie bist Du das erste Mal auf Joomla! aufmerksam geworden?

Nachdem meine ersten Webprojekte natürlich statisch waren und bei jedem Update einen erheblichen Aufwand mit sich zogen, war ich sehr bald offen für Veränderungen. Ein damaliger Kollege brachte mich damals auf Joomla 1.0.10. Auch ich war damals noch jemand der vergeblich nach einer installierbaren setup.exe suchte und habe viele „lustige“ Fragen im JoomlaOS Forum gestellt.
Über die ganze 1.0er Version war ich reiner Anwender mit vielen Fragen.
Ab der 1.5er Version konnte ich einen ersten Komponentenauftrag mit einer damals Referenzen-Komponente gewinnen. Die Folge waren noch mehr Fragen, aber nach 6 Monaten mit einer erfolgreich entwickelten ersten Erweiterung.
2010 kam ein erheblicher Umbruch und eine enorme Verlagerung meiner angebotenen Geschäftsbereiche. Ich war auf der Suche nach einem neuen Rechnungs-/Warenwirtschaftsprogramm, wollte die damaligen Kosten von mehreren 1.000€ für damals übliche Anwendungen nicht bezahlen, zumal auch ein „Umbruch“ von Windows auf Linux stattfand, welches auch entscheidend die Weichen gestellt hatte.
Kurzerhand habe ich JooWI Online gestartet, ein bis heute entwickeltes Warenwirtschaftsprogramm basierend dem Joomla Backend. Erste Programmierungen fanden unter Joomla 1.5 statt, die Codes wurden bis heute Up2Date weiterentwickelt.
Seither bin ich zu 100% Joomlianer und kann inzwischen auf über 1 dutzend Extensions blicken, welche ich z.T. heute noch betreue.

 

Wie und wo setzt Du Joomla! ein?
In erster Linie natürlich auch dafür, wofür es gemacht ist. Eigene Webseiten, Projektseiten, Blogs oder eben Kundenseiten.
Wie bereits genannt verwalte ich jedoch mit JooWI und somit Joomla aber auch all meine Geschäftskontakte, Vorgänge, Angebote, Rechnungen etc. bis hin zur Buchhaltung, Fahrtenbuch etc.
Neben der Seitenerstellung gehört natürlich auch die kontinuierliche Wartung der Systeme dazu, auf Wunsch nicht nur Joomla & Extension-Updates oder die Kommunikation mit den Entwicklern, sondern z.T. auch bis auf Server-Ebene herab.


Wie du schon angesprochen hast, bist Du ja auch Entwickler von Joomla Erweiterungen. Was fasziniert dich daran?
Programmieren hatte mich bereits zu C64 Zeiten fasziniert. Da gibt man ein paar Zeilen ein und dann funktioniert irgendwo irgendetwas. Oder eben auch nicht. Je komplexer und schwieriger umso mehr verbeiße ich mich in das Thema. Klingt wohl „nerdig“ ist es wohl auch.
Ich finde es toll, aus ersten Ideen und Vorstellungen ein Konzept zu schmieden, welches dann nach einigen Monaten und oft auch einigen Korrekturen, manchmal auch Rückschritten irgendwann läuft und mir oder meinen Kunden einen essentiellen Nutzen bringt.

 

Was fehlt dir in der aktuellen Joomla 3 Version bzw. welchen Inhalt würdest Du dir im Joomlacore wünschen?
Puh gute Frage. Ich bin eigentlich nicht jemand der lange jammert, sondern macht. Und wenn was nicht passt wird es eben passend gemacht, natürlich stets mit der Notwendigkeit und den richtigen Überlegungen dazu.
Mir fällt gerade nicht wirklich etwas ein, was mir fehlen würde, zumal Joomla eh bereits sehr groß und komplex ist und das gerade für Neueinsteiger eher kontraproduktiv ist. Was definitiv TOP ist, dass es eben mit dem entsprechenden Know-How einfach erweitert werden kann. So kann aus einem CMS das eigentlich für Webseiten gedacht ist mal eben ein Shop-System oder wie bei JooWI ein ganzes Warenwirtschaftssystem entstehen.

 

Bist Du in einer JUG oder in einer ähnlichen Joomla Gruppe organisiert?
Ich hatte 2019 quasi 20 jähriges meiner Firma. Passend hatte ich auch meinen ersten Vortrag in der JUG Online, welches jeden 1. Monat im Monat stattfindet. Seit dem habe ich 6 Vorträge gehalten z.T. gemeinsam mit Kollegen aus der Entwicklung oder dem Anwalt meines Vertrauens bzgl. DSGVO & Cookies.
Dies war auch ein Teil meines Silvestervorsatzes in 2019, wo ich beschloss, den Leuten und der Community rund um Joomla auch etwas zurückzugeben. Neben den JUG Veranstaltungen habe ich Zeiten für allgemeinen Support über Foren oder anderen Gruppen erhöht.

Wann und was war dein erster JUG-ONLINE Vortrag?
Mein erster Vortrag war im Juni 2019 wo ich meine Geschäfts- sowie alle Joomla-Projekte präsentierte. Es folgten Beiträge gemeinsam mit meinem Anwalt sowie diverser eigener aber auch fremder Joomla-Projekte & Erweiterungen

 

Hast Du eventuell schon mal Veranstaltungen oder Communitytreffen in den letzten Jahren besucht?
Ja, in 2019 sah man mich zum 1. Mal beim Deutschen Joomla-Day. Endlich konnte ich viele der Kontakte mit denen ich schon Jahrelang schrieb oder sprach live kennenlernen.

 

Gibt’s eine besondere Geschichte von so einem Event?
Nein

 

Die neue Joomla 4 Version rückt immer näher. Zuletzt ist die Beta 4 Version erschienen.
Was erwartest Du von Joomla! 4? bzw. arbeitest Du sogar irgendwo mit?
Die Entwicklungsumgebung ist soweit für eine aktive Mitarbeit aufgesetzt, diverse Testings & Reports habe ich bereits eingereicht. Was meine eigenen Extensions wie Digistore Connect oder der Extension Creator angeht, die Anpassungen für J4 sind bereits in Arbeit. Von J4 erwarte ich weiterhin eine solide und stabile Basis für meine Webseiten & Projekte. Ich denke aber auch, dass die richtigen Leute an ihren Positionen sitzen und das Boot in die richtige Richtung steuern.
Nebenfrage: Hast Du die Beta 4 Version schon getestet? (Wenn ja, was gefällt dir gut?)
Ja die aktuelle B4 habe ich bereits installiert und bislang sehr positive Eindrücke. Das UI gefällt mir sehr gut, in erster Linie steht meine Prio jedoch die eigenen Extensions dafür lauffähig zu bekommen.

 

Hast Du außer mit Joomla! auch mit anderen CMS Erfahrungen gesammelt?
Ich betreibe mehrere Private Blogs. Meinen ersten Blog hatte ich damals noch mit Joomla 1.5 aufgesetzt und durchaus Vor-/Nachteile erkannt. Joomla ist grundsätzlich für reine Blogs und entsprechenden Funktionalitäten einfach nicht vorgesehen.
Danach habe ich mit 3 Folgeblogs Wordpress versucht, zumal es mir so oft ans Herz gelegt wurde. Ich bin 3x kläglich gescheitert und habe nach wenigen Tagen das Blogprojekt neu basierend Joomla aufgesetzt.
Mit diversen kleineren Systemen wie Redaxo hatte ich kurzzeitig zu tun.

 

Was machst Du noch in Deinem „anderen Leben“ ? (Hobbys ect.)
Die Zeit zw. 2005 und 2010 brachte nicht nur geschäftliche Umbrüche mit sich, sondern auch persönlich. Vom „Sportmuffel“ welcher keine 2 Sportplatzrunden ohne Pause schaffte fing ich plötzlich mit dem Laufen an. Erst recht seitdem 2012 unsere Hündin dazu kam und mich seither z.T. täglich meine 10-12km treu begleitet. Von meinem Wohnsitz haben wir egal in welche Richtung ca.1 km und sind dann alleine in der Natur, egal ob am Wasser an der Donau, in ruhigen Wäldern oder Wiesen. Optimal zum auspowern oder klaren Kopf bekommen. Gerade als täglichen „Übergang“ zw. Hauptberuf & Nebenberuf finde ich da oft wieder zu neuen Gedanken und kann mich auf die neuen Herausforderungen konzentrieren.
Wie Eingangs bereits erwähnt, bin ich neben meiner Programmiertätigkeit auch leidenschaftlicher Elektrotechniker, woraus folgt, dass ich eine absolute Schwäche für jeglichen Technik-Kram habe. Dies spiegelt sich auch in unserem Zuhause nieder, welches doch bereits einiges an Automatisierung in den letzten Jahren erfahren durfte. Stichwort Smarthome. Und auch hier wieder die Nähe zum Programmieren und austüfteln diverser Vorgaben und Vorstellungen.

 

Vielen Dank für das Interview!
Sehr gerne - vielen Dank

 

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