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Wir schreiben den 22. Dezember 2017, dieser Adventskalender läuft seit 21 Tagen – und somit hast du im Optimalfall in den letzten 21 Tagen deine ersten Schritte mit Joomla gemacht, an einem Projekt deiner Wahl gearbeitet und bist nun ganz kurz davor, die Seite zu veröffentlichen.

Wie soll es danach dann aber weiter gehen? Kommt noch ein zweites Projekt? Ist es denn wirklich die Mühe wert, sich in Joomla einzuarbeiten, Zeit und Nerven zu investieren und sich vielleicht sogar auf absehbare Zeit auf Joomla als „das CMS der Wahl“ festzulegen?

Ich glaube, dass die Entscheidung für Joomla eine sehr gute ist, denn Joomla besetzt eine Marktnische, die auch in Zukunft echtes Wachstumspotenzial besitzt und von anderen Systemen am Markt eher wenig beachtet wird, nämlich einen Bereich den ich „das Mittelfeld“ nenne.

Der CMS-Markt im Überblick

Schauen wir uns den CMS-Markt an, teilt er sich im Wesentlichen in drei Bereiche auf:

  1. der „Massenmarkt“ der Kleinst- und Kleinwebseiten
  2. besagtes Mittelfeld
  3. der Enterprise-Markt, der aus sehr großen und überaus komplexen Seiten für große Auftraggeber aus der Wirtschaft und der öffentlichen Hand

Die Kleinst- und Kleinseiten machen dabei zahlenmäßig den bei weitem größten Teil des Marktes aus, denn in 2017 hat sich Internet wider erwarten soweit durchgesetzt, dass jeder Freelancer, Bäcker und Schreiner eine Website haben muss, um die notwendige Sichtbarkeit im Wettbewerb zu erreichen. All diese Website sind dabei nach einem ähnlichen Schema aufgebaut. Es gibt eine Hand voll Unterseiten, ein Kontaktformular, ein hübsches Design mit ein paar fancy Animationen und das ist eigentlich auch schon alles, was man da brauch.

Der Umstand, dass all diese Seiten sehr ähnlich sind, ist dabei in meinen Augen auch schon die große Gefahr in diesem Markt: der Preisdruck ist enorm, die Einstiegshürden sind niedrig und mit dem Aufkommen von SAAS-Sitebuildern wie Wix und Jimdo drängen weitere Anbieter mit großen finanziellen Ressourcen in den Markt. Diesen Markt wird derjenige beherrschen, der den größten Teil der Anforderungen mit den niedrigsten Kosten erfüllen kann – und hier sehe ich individuell durch einen Dienstleister erstellte Seiten (selbst auf Basis von fertigen Themes und Komponenten) im Nachteil.

Der Enterprise-Markt besteht aus überaus komplexen Projekten, die nur mit einer großen Menge an Manpower umgesetzt werden können. Während kleinere Websites von einem Dienstleister binnen weniger Tage umsetzbar ist, sind an diesen großen Projekten oftmals auch große Teams für mehrere Monate beschäftigt.

Solche Projekte stellen technisch (zu erfüllende Standards, anzubindende Schnittstellen) wie organisatorisch (Einbettung in die Arbeitsabläufe der Kunden-IT) hohe Anforderungen, was solche Projekte in eine völlig andere Preisregion katapultiert. Gleichzeitig müssen Systeme, die diese Anforderungen erfüllen wollen, über eine Vielzahl von Funktionen verfügen – daraus ergibt sich dann quasi automatisch auch eine höhere Komplexität der Software an sich und der Aufwand für die Einarbeitung steigt massiv.

Zwischen diesen beiden Märkten, liegt das Mittelfeld. Das sind Projekte, bei denen viele Merkmale einer „kleineren Website“ erfüllt sind: der Kunde hat keine komplexen Prozesse oder Standards die zu erfüllen sind, die Anforderungen an Design und Funktionalität halten sich in Grenzen – aber es gibt in diesem Projekten ein spezielles Feature, eine bestimmte Anforderung, die Anbindung an eine gewisse Schnittstelle, die mit Bordmitteln nicht umzusetzen ist.

Ein typisches Beispiel wäre hier eine klassische Unternehmenswebsite, bei der die Daten des Kontaktformulars in das hauseigene CRM des Kunden übertragen werden sollen – keine Raketenwissenschaft, aber mit Bordmitteln nicht zu lösen.

Und genau hier liegt Joomla’s Stärke! Joomla bringt von Haus aus bereits einen bemerkenswert großen Funktionsumfang mit, wodurch sich viele Anforderungen, die solche Seiten typischerweise stellen, ohne Dritterweiterungen lösen lassen. Insbesondere die Mehrsprachigkeit und die Custom-Fields Funktion stechen hier in meinen Augen heraus.

Die weiteren Anforderungen, die über die Bordmittel hinaus gehen, lassen sich sehr oft mit den einer der unzähligen verfügbaren Dritterweiterungen lösen, womit für die Lösung dieser Anforderung nur wenig Budget benötigt wird und das Projekt in einem überschaubaren finanziellen Rahmen bleibt.

Die Sonderanforderung müssen dann natürlich individuell programmiert werden – und hier kommt uns die gute Codebasis zu Gute, die Entwicklern mit überschaubarem Aufwand die Einarbeitung erlaubt und viele Merkmale eines modernen Web-Frameworks aufweist.

Joomla ist also der perfekte Mix für genau dieses Mittelfeld und erlaubt eine saubere technische Umsetzung mit überschaubarem Aufwand und somit zu attraktiven Kosten. Der zugehörige Markt wird uns in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung noch auf absehbare Zeit begleiten und hat sogar großes Wachstumspotenzial – und die Möglichkeiten, ihn allumfassend mit „Produkten“ (wie im Markt der Kleinstwebsites) zu erschlagen, sind aufgrund der individuellen Anforderungen der Projekte sehr begrenzt.

Joomla wird uns noch viele Jahre begleiten – und ich würde mich freuen, wenn du zur großen Joomla-Community dazu stößt, lernst, Seiten baust, dich und das System weiterentwickelst und somit ein Teil all dieser Menschen wirst, die gemeinsam diesen Markt bespielen wollen.

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